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Mathematik

Mathematik ist eine uralte Wissenschaft. Sie ist eng verknüpft mit der Wissenschaft der Logik, also der Lehre des "vernünftigen Schlussfolgerns".

Ziel des Mathematikunterrichts

Ziel des Mathematikunterrichts ist es, den Kindern Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, zunehmend selbstständig mathematische/logische Problemstellungen des Alltags zu lösen.

Dazu zählen wir (angelehnt an den Lehrplan NRW) inhaltsbezogene Kompetenzen und prozessbezogene Kompetenzen.

Inhaltsbezogene Kompetenzen sind der Umgang mit:

  • Zahlen und Operationen
  • Raum und Form
  • Größen und Messen und
  • Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten
Prozessbezogene Kompetenzen sind:
  • Problemlösen/Kreativ sein
  • Modellieren
  • Argumentieren und
  • Darstellen/Kommunizieren

Eine Menge Fachchinesisch, das sich besser an einem klassischen Beispiel verdeutlichen lässt.

Aufgabe: „Passen 1.000.000 Euro in einen Schuhkarton? Begründe deine Antwort!“

Natürlich gibt es auf diese Frage keine eindeutige Antwort, aber eine gründliche Bearbeitung erfordert/fördert den Umgang mit den Größen Geld, Flächenmaß und Volumen, geometrischen Formen und Körpern, Zahlen und Rechenstrategien und sie erfordert/fördert die Kreativität, das Argumentieren und das Kommunizieren.

Die Grundlagen zur Beantwortung einer solchen Frage werden schrittweise aufgebaut. Jedoch können auch mit geringen Grundlagen schon einfachere, aber ebenso „große“ Pobleme gelöst werden.

Bleibt die Frage: Passen 1.000.000 Euro in einen Schuhkarton???

Üben im Mathematikunterricht

Eine weit verbreitete Meinung ist, ein Kind müsse zuerst lernen und anschließend bis zur Automatisierung üben. Tatsächlich ist das Üben aber ein Bestandteil des Lernens. Es sollte im Mathematikunterricht und zu Hause durch Struktur und Material unterstützt werden. Hier helfen wiederum zwei kleine Beispiele zum Verständnis:

1.    Üben und Material: Angenommen, ein Kind im zweiten Schuljahr rechnet locker im Zahlenraum bis 100. Plus und Minus – gar kein Problem. Die letzte Arbeit war 1. Hausaufgaben sind immer top. Es nutzt allerdings sehr geschickt die Finger zur Hilfe. Sie wollen dem entgegenwirken und üben abends im Bett das Kopfrechnen. Was erreichen Sie? Richtig! Das Kind wird noch geschickter im Fingerrechnen. Das liegt schlicht daran, dass das Kind kein imaginäres Bild von Zahlen verinnerlicht hat. An dieser Stelle sind Übungen ohne Material/Veranschaulichung also eher kontraproduktiv. Bereits Verinnerlichtes kann bedenkenlos im Kopf geübt werden.

Es gilt die Faustregel: So lange mit Material üben wie individuell nötig.

2.    Üben und Struktur: Man muss das Rechnen beherrschen und nicht einzelne Aufgaben. Darum ist es notwendig, einfache Aufgaben in ihrem Kontext zu betrachten.

Beispiel: Nehmen wir die Aufgabe 6+4=10. Dazu gehören die Tauschaufgabe 4+6=10 und die beiden Umkehraufgaben 10-4=6 und 10-6=4. Außerdem gehören dazu die gegensinnig veränderten Aufgaben 7+3=10 und 5+5=10. Und so weiter und so fort. Es entstehen große Aufgabenfamilien. Gleiches lässt sich in ähnlicher Form von der Strichrechung (Plus und Minus) auf die Punktrechung (Mal und Durch) übertragen.

Üben durch Aufgaben, die in Beziehung zueinander stehen, nennen wir strukturiertes Üben.

Erweiterte Faustregel: So lange mit Material üben wie individuell nötig und so häufig strukturiert üben wie möglich.

Leistungsbewertung im Mathematikunterricht

Ganz gleich, ob Kinder Zensuren bekommen oder ein Textzeugnis, ist es wichtig, zu wissen, welche Aspekte in eine Bewertung einfließen. Getreu dem klugen Spruch „Es ist nichts ungerechter als die gleiche Behandlung von Ungleichen.“ werden alle Kinder in erster Linie an ihrer individuellen Lernprogression und ihrer Anstrengungsbereitschaft gemessen. Darüber hinaus gelten jedoch auch allgemeingültige Kompetenzerwartungen nach der Schuleingangsphase und nach der Klasse 4. Zur Erfassung einer Schülerleistung dienen alle Beobachtungen im Unterricht sowie alle selbstständig erbrachten schriftlichen und mündlichen Leistungen.

Känguruwettbewerb

Die Kinder der Jahrgangsstufen 3 und 4 können auf freiwilliger Basis am Känguruwettbewerb teilnehmen. Das ist ein internationaler Mathematikwettbewerb, in dem es darum geht, innerhalb einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anzahl von Knobelaufgaben zu lösen. Die Aufgaben sind nach dem „Multiple-Choice-Prinzip“ erstellt; sie können also zielgerichtet oder auch per Ausschlussverfahren gelöst werden. Dabei können die teilnehmenden Kinder nur gewinnen, denn die vielschichtigen Aufgaben fordern heraus und sind frei von jeder Bewertung. Außerdem bekommen alle Kinder einen Preis in Form eines kleinen Geschenks. Für die Teilnahme wird eine geringe Kostenbeteiligung erhoben. Der Wettbewerb findet einmal im Jahr im März statt.